Kleinwendern wird Bayerns erstes „Arche-Dorf“

Kleinwendern bei Bad Alexandersbad erhält als erstes Dorf in Bayern die Anerkennungsurkunde als „Arche-Dorf“ und trägt ab sofort diesen Titel. Bundesweit gesehen ist Kleinwendern nun die zweite Ortschaft, die dieses Prädikat erhält, demnächst wird dies auch auf den Ortsschildern stehen. Grund dafür ist das stetige Bemühen der Dorfbewohner, alte und gefährdete Tierrassen am Leben und in ihrem Bestand zu erhalten.

Im Rahmen eines kleinen Dorffestes am Museumsgelände wurde diese Würdigung einen ganzen Tag lang über genussvoll zelebriert. Es gab Gegrilltes, Kaffee, Kuchen und allerlei andere Spezialitäten. Im Mittelpunkt standen die wiederentdeckten, alten Haustierrassen, die eine Heimat in Kleinwendern wiedergefunden haben. Im Einzelnen sind es die Rinderrasse „Rotes Höhenvieh“, die Sundheimer Hühner, das Hermelin Kaninchen, die Kaninchenrasse „Rheinische Schecke“, das Deutsche Reichshuhn, das Coburger Fuchsschaf, die Thüringer Waldziege und die Bayrische Landgans.

Eigens für diesen würdigen Anlass zu Ehren ist Antje Feldmann, Geschäftsführerin der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH), aus Göttingen angereist. Bürgermeister Peter Berek ließ in seiner Ansprache einige historische Daten über Kleinwendern Revue passieren. Die Anwesenden erfuhren, dass die Ortschaft vermutlich bereits 883 als Siedlung gegründet wurde und 1499 grundherrschaftlicher Besitz der Kirche in Marktredwitz war. Im Jahre 1787 zählte man fünf Höfe, eine Mühle und ein Hirtenhaus, 1957 lebten hier 100 Einwohner.
Diese hatten sich einstimmig entschieden, zu Bad Alexandersbad zu gehören.

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Fotos: Carolin Panzer

Weitere Informationen zum Arche-Dorf Kleinwendern finden Sie unter www.archedorf-kleinwendern.de.

 

Michael Meier, Frankenpost, Ausgabe Fichtelgebirge, Nr. 162, 15.07.2019