Staatspreis für Bad Alexandersbad



Bürger und Gemeinden gestalten ihren Ort mit Unterstützung der Ländlichen Entwicklung. Alle zwei Jahre würdigt das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten besonders erfolgreiche Leistungen mit dem „Staatspreis Land- und Dorfentwicklung“. Einer der strahlenden Sieger des Jahres 2020 ist das Heilbad Bad Alexandersbad, das mit dem Erhalt des traditionsreichen Kurbades eine kulturhistorische Pflichtaufgabe erfüllt.

Die Bayerische Staatsregierung setzt zur Stärkung des ländlichen Raums intensiv auf die Ländliche Entwicklung. Mit großem Engagement beteiligen sich die Bürger an Entwicklungsprozessen in ihren Gemeinden und gestalten ihren Lebensraum aktiv mit. So auch in Bad Alexandersbad. Im größten zusammenhängenden Entwicklungsprozess der Ortsgeschichte wurde das historische Kurquartier gemeinsam mit der Bevölkerung modernisiert und Kuranlagen geschaffen, wo Einwohner und Gäste gerne verweilen.

Mit dem „Staatspreis Land- und Dorfentwicklung“ werden sowohl herausragende gemeinschaftliche Leistungen in Projekten der Ländlichen Entwicklung gewürdigt als auch das große Engagement von Bürgerinnen und Bürgern für ihre Heimat. Die prämierten Projekte sollen Beispielwirkung erlangen sowie den ganzheitlichen Planungsansatz der Ländlichen Entwicklung verdeutlichen.

Der mit 8.000 Euro dotierte Staatspreis in der Kategorie „Umfassende Leistungen zur Stärkung des ländlichen Raums“ geht in diesem Jahr an die Dorferneuerung Bad Alexandersbad. Die Dorferneuerung bekommt den Staatspreis für die vorbildliche Reaktivierung und Modernisierung des Kurzentrums von Bad Alexandersbad im historischen Umfeld. Damit wurde laut Jury der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft des kleinsten Heilbads Bayerns gelegt.

„Alle Beispiele zeigen, dass in der Verantwortungsgemeinschaft von Bürgern, Kommunen und Verwaltung bei der Entwicklung des ländlichen Raumes in Bayern herausragende Ergebnisse erzielt werden.“, heißt es im Gratulationsschreiben von Staatsministerin Michael Kaniber an die Siegergemeinden. Eben jene Ministerin hatte im Jahr 2019 bei der feierlichen Einweihung des Alexanderplatzes vor dem ALEXBAD gemeinsam mit der oberfränkischen Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und dem Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberfranken, Lothar Winkler, den letzten Granitstein am Eingangsportal zur Gläsernen Mitte gesetzt.

Ein Auszug aus der Würdigung der Bewertungskommission zeigt die Bedeutung dieser ausgezeichneten Ortsentwicklung für die gesamte Region. „Der Ort kann damit als Kurbad zum Impulsgeber und gleichzeitig Anziehungspunkt für die Region und bis über Landesgrenzen hinweg werden. Der befürchtete Niedergang und eine drohende Agonie sind in Prosperität umgewandelt, Zuzug könnte künftig die Abwanderung überwiegen.“

Bürgermeisterin Anita Berek freute sich sehr, dass ihre Gemeinde ausgezeichnet wurde. Da die Preisverleihung aufgrund der Corona-Pandemie erst im Frühjahr 2021 stattfinden wird, lud sie am 14. August 2020 zu einer Pressekonferenz nach Bad Alexandersbad ein, um den Einsatz aller maßgeblichen Akteure zu würdigen. Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und Landtagsabgeordnete Inge Aures konnten leider nicht an dem Termin teilnehmen.

Landrat Peter Berek, für den die Ortsentwicklung als ehemaliger Bürgermeister ein Herzensprojekt war, lobte die erfolgreiche Zusammenarbeit aller Beteiligten. „Es erfüllt mich mit Stolz und tiefer Zufriedenheit, dass für den Erhalt des Heilbades alle Hand in Hand gehandelt haben. Vor allem die Regierung von Oberfranken mit Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und Bereichsleiterin Marion Resch-Heckel sowie das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) in Person von Lothar Winkler, Anton Hepple und Claudia Stich haben die Entwicklung in Bad Alexandersbad massiv unterstützt.“ Ohne eine umfangreiche Bürgerbeteiligung und kompetente Partner wäre dieses Projekt nicht so erfolgreich geworden. Der Dank des Landrats ging daher auch an die Vereine und Bürger der Gemeinde, die Teilnehmergemeinschaft Dorferneuerung mit Ronald Ledermüller an der Spitze, Stefan Walberer als Verwaltungsbeamten und an das Planungsbüro Steppan. Peter Berek bezeichnete die Dorferneuerung in Bad Alexandersbad als „Meisterleistung der Planer“, denen es gelungen sei, die denkmalgeschützten Gebäude im Kurzentrum zu erhalten und in das moderne Erscheinungsbild harmonisch zu integrieren. „Die Zukunft von Bad Alexandersbad beginnt gerade und der Staatspreis zeigt, dass das kleinste Heilbad Bayerns auf dem richtigen Weg ist. Der dafür notwendige finanzielle Kraftakt konnte und kann nur Hand in Hand mit dem Freistaat gemeistert werden. Der Erhalt des traditionsreichen Kurbades, bis 1867 sogar königliches Staatsbad, ist auch eine kulturhistorische Pflichtaufgabe.“

Landtagsabgeordneter Martin Schöffel gratulierte zur Auszeichnung und überbrachte Grüße von Staatsministerin Michaela Kaniber. „Die gesamte Region kann stolz auf diese Entwicklung sein, deren Bedeutung nun durch eine landesweite Organisation offiziell bestätigt wurde.“ Bad Alexandersbad habe Zukunftsperspektiven geschaffen, indem sich der kleine Kurort baulich, konzeptionell und sozial weiterentwickelt habe. Damit sei er ein Impulsgeber für das gesamte Fichtelgebirge und darüber hinaus bestens für die Zukunft gewappnet.

Das Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken begleitete die Dorferneuerung. Amtsleiter Lothar Winkler betonte, dass mithilfe der Dorferneuerung der ländliche Raum gestärkt und die Lebensverhältnisse in den Gemeinden verbessert werden sollen. Oberstes Prinzip ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Durch die Aktivierung des bürgerschaftlichen Engagements soll eine eigenständige Ortsentwicklung gefördert werden. „Bei der Auswahl der einzureichenden Projekte für den Staatspreis waren wir uns im Amt für Ländliche Entwicklung einig, dass die Dorferneuerung in Bad Alexandersbad auf jeden Fall mit dabei sein muss. Dieses Projekt wirkt in der gesamten Region und hat Vorbildcharakter.“, so Lothar Winkler. Der Amtsleiter gratulierte zur Auszeichnung, die angesichts der gewichtigen Konkurrenz noch mehr an Bedeutung gewinnt. Immerhin gibt es 2.056 Gemeinden in Bayern.

Petra Wick und Richard Steppan von der Planungsgruppe Steppan in Waldsassen waren über zehn Jahr lang an den Baumaßnahmen im Ort beteiligt. „Es ist bewundernswert, mit wie viel Mut und ehrenamtlichem Engagement diese beispielhafte Ortsentwicklung umgesetzt wurde“, lobte Petra Wick. Der Staatspreis sei eine tolle Belohnung für die gemeinsamen Anstrengungen. Richard Steppan bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit allen Akteuren und freute sich, dass das Thema Nachhaltigkeit über den gesamten Entwicklungsprozess hinweg oberste Priorität hatte. Denn nur so können die folgenden Generationen langfristig von der Dorferneuerung profitieren.

Roland Ledermüller sprach seinen Dank im Namen der Teilnehmergemeinschaft der Dorferneuerung aus: „Wir haben richtig gehandelt und den Staatspreis wirklich verdient. Wir haben Gemeinschaft gefördert und Zusammenhalt geschaffen. Nur so konnten wir die großen Entscheidungen für die Zukunft des Ortes im Vorstand treffen.“ In intensiver Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie mit dem Gemeinderat wurde somit etwas geschaffen, das sogar über das Fichtelgebirge hinaus Strahlkraft hat.

Zum Schluss wurde traditionell mit einem Glas „AlexSprizz“ (Heilwasser mit Johannisbeerwein) auf den Staatspreis angestoßen. Bürgermeisterin Anita Berek kündigte außerdem an, dass es im nächsten Jahr eine Feier mit allen Bürgern geben solle. Bis dahin sind Einwohner, Gäste und Besucher herzlich eingeladen, die Zukunft des kleinsten bayerischen Heilbades weiterhin aktiv mitzugestalten.